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Vor ein paar Wochen habe ich den bisherigen DSL-Tarif auf einen neuen mit 16.000 KBit mit Telefonie-Flatrate umgestellt. Kostet auch nicht mehr als der vorherige DSL-Tarif mit 6.000 KBit und man bekommt außerdem noch einen neuen VoiceIP-fähigen Router. Die Umstellung war problemlos und ich bin mit der neuen Hardware und der Internet-Telefonie sehr zufrieden.
Das wichtigste in Stichworten:

Telefonie mit der FRITZ!Box Fon WLAN 7170 funktioniert auf Anhieb:

  • Internet-Verbindung wie gewohnt über DSL
  • Festnetz-Verbindung (ISDN oder Analog) wird über die FRITZ!Box hergestellt.
  • Telefone werden an der FRITZ!Box angeschlossen

Die Vorteile:

  • Keine Änderungen an ISDN-Telefon/Anlage oder Festnetznummern erforderlich
  • Bei Ausfall der DSL-Verbindung oder des VoIP-Servers werden Anrufe übers Festnetz hergestellt
  • Die ursprüngliche Konfiguration kann leicht wiederhergestellt werden

Mit der FRITZ!Box und dem 1&1 4DSL Tarif kann man bis zu vier Internet-Rufnummern und vier Festnetz-Rufnummern verwalten (weitere Rufnummern ggf. über andere Provider).

Risikolose Integration

Die vorhandene Telefonie-Infrastruktur ist typisch für ein kleines Home-Office: Der ISDN-Anschluss hat insgesamt 7 MSN (Rufnummern), die teils privat, teils geschäftlich genutzt werden. Es gibt eine kleine Siemens Gigaset Anlage mit ein paar DECT-Mobilteilen sowie natürlich ein Fax und DSL mit WLAN. Die bisherigen Telefoniekosten betragen ca. 100 - 150 € monatlich (seit Einsatz der FRITZ!Box aber nur noch ca. 60 €). Zuverlässigkeit und Qualität sind oberste Priorität: Ausfälle sind inakzeptabel, selbst wenn es sich nur um gelegentliche Störungen handelt. Auch die Sprachqualität ist wichtig, sie sollte nicht schlechter sein als die einer normalen ISDN-Verbindung.

Mit der FRITZ!Box kann man alle neuen Features in Ruhe nach und nach konfigurieren und testen. Es sind keinerlei Änderungen am vorhandenen Telekom-Vertrag erforderlich. Auch Fehlkonfigurationen oder sogar der Totalausfall der FRITZ!Box sind unkritisch: notfalls schließt man sein Telefon oder seine ISDN-Anlage wie früher direkt an der Telekom-Buchse an, man ist sofort wieder übers Festnetz erreichbar und kann telefonieren.

Das geht natürlich nur dann, wenn man noch eine Festnetzverbindung hat. Es ist nämlich auch möglich, vollständig auf den Festnetzanschluss zu verzichten, man spart dann monatlich die Telekom-Grundgebühr. Allerdings ist die Internet-Telefonie deutlich störungsanfälliger als das herkömmliche Festnetz, daher sollte man es sich gut überlegen, ob man vollständig auf Internet-Telefonie umsteigt. Für geschäftliche Nutzung ist die Internet-Telefonie noch nicht zuverlässig genug.

Funktionsprinzip

Die FRITZ!Box stellt drei Anschlüsse für analoge Telefone sowie einen S0-Bus (ISDN) zur Verfügung. Man kann Telefone sowohl direkt als auch über eine evtl. vorhandene ISDN-Anlage anschließen, wobei keine Konfigurationsänderung an der ISDN-Anlage vorgenommen werden braucht. Im Grundzustand werden vom Festnetz kommende Anrufe einfach auf den ersten analogen Anschluss bzw. auf den S0-Bus weitergeleitet. Ebenso werden ausgehende Anrufe automatisch aufs Festnetz weiterverbunden. Die FRITZ!Box ist also zunächst einmal transparent und es ist kein Unterschied zur herkömmlichen Telefonie zu merken.

Hat man den 1&1 4DSL Tarif mit Telefon-Flatrate, dann ist die FRITZ!Box bereits so vorkonfiguriert, dass ausgehende Gespräche über den 1&1-VoIP-Server laufen. Auch hier ist kein Unterschied zur gewohnten Sprachqualität zu merken. Aber Achtung: Nicht alle VoIP-Verbindungen sind kostenlos oder wenigstens billiger als Festnetzverbindungen. Siehe Abschnitt "Kostenfalle".

Grundkonfiguration

Rufnummern konfigurieren

Zunächst muss man sich entscheiden, welche der vorhandenen Rufnummern über VoIP verbunden werden sollen und ob man noch weitere Internet-Rufnummern braucht. Bei 1&1 kann man max. vier Festnetznummern und vier zusätzliche Internet-Rufnummern konfigurieren. Dazu gibt man die Festnetz-Nummer sowie ein Passwort auf der Konfigurationsseite des 1&1-Servers ein. Man erhält nun eine vierstellige PIN, und nach einigen Minuten erfolgt ein Kontrollanruf des 1&1-Servers auf der angegebenen Festnetz-Nummer. Nachdem man die PIN korrekt eingegeben hat, ist die Festnetz-Rufnummer auf dem 1&1-Server freigeschaltet.

Die Freischaltung der eigenen Festnetz-Nummer auf dem 1&1-Server ist erforderlich, weil auch bei VoIP-Verbindungen dem Gesprächspartner die eigene Festnetznummer angezeigt werden soll. Natürlich muss sichergestellt werden, dass die anzuzeigende Rufnummer tatsächlich dem jeweiligen 1&1-Kunden gehört, sonst könnte man ja Anrufe unter fremder Rufnummer vortäuschen.

Einstellungen auf der 1&1-Webseite haben keinerlei Auswirkungen auf die eigene Festnetz-Nummer. Es ist keineswegs so, dass bei Eingabe der eigenen Rufnummer alle Festnetz-Verbindungen irgendwie auf den 1&1-Server umgeleitet würden.

Nachdem alle Rufnummern und die dazugehörigen Passwörter auf der FRITZ!Box eingetragen wurden, muss man nun noch die angeschlossenen Telefone konfigurieren. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten (die man auch parallel nutzen kann):

  • ISDN-Telefon oder ISDN-Anlage, die am internen S0-Bus angeschlossen ist
  • bis zu drei analoge Telefone, die über das Adapterkabel angeschlossen werden

Analoge Telefone konfigurieren

Für analoge Endgeräte wählt man den Menüpunkt "Analoges Telefon" und legt fest, ob die ausgehenden Gespräche über das Festnetz oder über eine der VoIP-Rufnummern verbunden werden sollen. Außerdem kann man wählen, welche der eingehenden Verbindungen an dieses Telefon weitergeleitet werden sollen.

Faxgeräte sollten möglichst am Festnetz angeschlossen werden. Aufgrund der Datenkomprimierung bei VoIP kann es sonst zu Übertragungsstörungen kommen. Falls es dennoch Probleme beim Faxempfang gibt, könnte es helfen, das Faxgerät als Telefon zu definieren und nicht als Fax.

Im Reiter "Festnetz" muss der Punkt "Analog" ausgewählt werden.

ISDN-Anlage konfigurieren

Dazu wird im Menüpunkt "Einstellungen --> Telefonie --> Telefoniegeräte" der Menüpunkt "ISDN-Telefonanlage" ausgewählt. Im Reiter "Festnetz" muss der Punkt "ISDN" ausgewählt werden. Außerdem müssen sämtliche ISDN-Rufnummern (MSN, ohne Vorwahl) definiert werden.

Alle Anrufe, die vom 1&1-Server kommen und an eine dieser MSN gerichtet sind, werden an den S0-Bus und damit an die ISDN-Anlage weiterverbunden. Ebenso werden alle am externen S0-Bus (also dem Festnetzanschluss) ankommenden Anrufe an die ISDN-Anlage weitergeleitet.

Daraus folgt, dass man die Rufnummer der neuen, soeben konfigurierten VoIP-Nummern auch noch in der ISDN-Anlage als MSN konfigurieren muss. Sonst weiß die FRITZ!Box nicht, wohin der ankommende VoIP-Anruf hingeleitet werden soll und die ISDN-Anlage, welches Telefon klingeln soll.

Bei ausgehenden Anrufen prüft die FRITZ!Box anhand der MSN, ob diese Rufnummer auf dem 1&1-Server konfiguriert ist. Falls nicht, wird die Verbindung über das Festnetz aufgebaut.

Ist aber die Rufnummer auf dem 1&1-Server konfiguriert, dann wird das Gespräch zunächst zum 1&1 SIP Server geleitet. Falls der Gesprächspartner ebenfalls einen Account auf dem 1&1-Server hat, wird das Gespräch per VoIP weitergeleitet, andernfalls wird eine herkömmliche Festnetzverbindung aufgebaut. Dem Gesprächspartner wird dabei stets die Festnetz-Rufnummer angezeigt.

Achtung: Nicht alle Verbindungen können vom 1&1 SIP Server weitergeleitet werden. Das sind z.B. Verbindungen über eine Call-by-Call Nummer, die man am Telefon eingegeben hat; oder wenn man jemanden im Ortznetz erreichen will und keine Vorwahl verwendet hat. Der Server lehnt dann den Verbindungsaufbau ab, die FRITZ!Box baut dann die Verbindung alternativ übers Festnetz auf. Diese Verbindungen sind deswegen nicht in der 1&1 Flatrate enthalten und kosten Geld.

Weitere Einstellmöglichkeiten

Sowohl für ISDN- als auch für Analog-Geräte lassen sich weitere Leistungsmerkmale definieren: z.B. Ruf abweisen bei besetzt, eigene Rufnummer unterdrücken, Klingelsperre, Nachtschaltung usw.

Rufumleitung

Für eine Rufnummer lässt sich eine Weiterleitung einstellen. Ankommende Anrufe werden so auf eine andere Rufnummer, z.B. aufs Handy, weitergeleitet. Die Rufumleitung wird bereits in der Vermittlungsstelle bzw. beim VoiceIP-Server durchgeführt, die FRITZ!Box sendet lediglich einmalig den entsprechenden Befehl und hat ansonsten nichts mehr mit der Weiterleitung zu tun. Es wird folglich auch keine Analog- oder ISDN-Telefonleitung belegt.

Achtung: Die Rufumleitung kann man bei vielen Telefonen auch mit einer Funktionstaste auslösen. Dies stellt aber nur die Rufumleitung für den Festnetzanschluss um. Gespräche, die über den VoIP-Server reinkommen, werden dadurch nicht beeinflusst. Also immer daran denken, die Rufumleitung nicht übers Telefon, sondern über die FRITZ!Box einzustellen und zwar immer sowohl Festnetz als auch VoiceIP gleichzeitig.

Call-by-Call Vorwahlen konfigurieren

Internet-Telefonie ist nicht notwendigerweise billiger als Festnetz-Telefonie. Anrufe auf eine Handynummer oder ins Ausland sind unter Umständen erheblich teurer als Anrufe übers Festnetz mit Call-by-Call oder mit einem günstigen Pauschaltarif. Dieses Problem lässt sich aber leicht umgehen, indem man für alle Gespräche auf Handy-Nummern oder ins Ausland festlegt, dass die FRITZ!Box diese Verbindungen über das Festnetz und eine günstige Call-by-Call Nummer aufbaut. Dazu trägt man die gewünschte Call-by-Call Vorwahl im Dialogfeld "Wahlregeln" ein. Es ist auch möglich, pauschal alle Festnetzverbindungen über eine Call-by-Call Vorwahl laufen zu lassen.

Bei Angabe von Call-by-Call-Nummern übers Telefon wird die FRITZ!Box die Verbindung über das Festnetz aufbauen, und die Call-by-Call-Vorwahl wird berücksichtigt.

Achtung Kostenfalle

Internet-Telefonie ist nicht unbedingt billiger als Festnetz-Telefonie. Man sollte folgende Punkte im Auge behalten:

  • Viele VoIP-Provider stellen zwar billige oder sogar kostenlose Verbindungen zu anderen VoIP-Nummern oder ins Festnetz zur Verfügung, dafür sind aber Verbindungen zu Mobilfunknummern oder ins Ausland oft teurer als über Call-by-Call-Verbindungen.
  • Selbst Verbindungen zu anderen Festnetznummern sind über Call-by-Call manchmal billiger als über VoIP, z.B. nachts oder am Wochenende.
  • Call-by-Call funktioniert nur, wenn man noch einen echten Festnetzzugang hat, nicht über VoIP.

Es lohnt sich also, ein wenig Zeit zu investieren und sich die Tariftabellen genau anzusehen.

Anrufliste

Die FRITZ!Box stellt eine Liste aller ein- und ausgehenden Anrufe dar, einschließlich solcher Anrufe, die in der Vermittlungsstelle auf eine andere Rufnummer umgeleitet werden. Diese werden mit dem Symbol eines nicht angenommenen Anrufs dargestellt; nicht ganz richtig, aber immerhin werden sie angezeigt.

Durch Klick auf die Rufnummer wählt die FRITZ!Box diese Nummer. Sobald das eigene Telefon klingelt, steht die Verbindung.

Es gibt ein schönes Zusatzprogramm für die Anruflistenverwaltung: JFritz

Durchwahl (Call Through)

Diese Funktion ist nützlich, wenn man z.B. vom Handy ins Ausland telefonieren will, was einen meistens teuer zu stehen kommt. Man wählt einfach die FRITZ!Box an, gibt eine PIN ein und erhält sodann eine normale Festnetz-Amtsleitung (oder auch eine VoIP-Verbindung). Jetzt kann man den gewünschten Gesprächspartner billig erreichen.

So wird Call Through konfiguriert:

  1. man definiert eine Rufnummer, für die die Call-Through Funktion eingerichtet wird
  2. Für diese Rufnummer wird ein Passwort aus vier Ziffern vergeben
  3. Zusätzlich kann man auch die Nummer angeben, für die die Durchwahl-Funktion aktiviert wird

Wenn man nun auf dieser Nummer anruft, wird durch einen kurzen Signalton signalisiert, dass die Call-Through-Funktion zur Verfügung steht. Nun muss man die PIN eingeben, gefolgt von der Ziffer "0". Man hört nun den üblichen Ton der Amtsleitung. Jetzt kann man eine beliebige weitere Rufnummer wählen und wird über VoIP oder das Festnetz weitervermittelt. Natürlich kann man auch noch weitere Kosten sparen, indem man eine Spar-Vorwahl nutzt.

Zusätzliche FRITZ!Box Software

Auf der FRITZ!Box läuft ein Linux-System. Es ist daher möglich, eigene Software auf der FRITZ!Box zu installieren, sofern der verfügbare Speicherplatz und die CPU-Leistung dafür ausreicht. Hier gibt es weitere Informationen: http://www.wehavemorefun.de/fritzbox/index.php/Main_Page#Tipps_.26_Tricks.2C_Hints.2C_Downloads_etc.

Vom Hersteller AVM gibt es außerdem ein "Labor", von dem man sich diverse Beta-Versionen downloaden kann. Link: http://www.avm.de/de/Service/Service-Portale/Service-Portal/Labor/labor.php

5 Comments

  1. Anonymous

    Super, Sehr Informative, Danke!

  2. Anonymous

    Grosse Klasse ...... viel  besser als die Seiten von 1und1 oder avm .

  3. Anonymous

    Vielen Dank aus der Schweiz

  4. Anonymous

    Hallo Herr Schirmacher,

    1. Ich habe einen Vollanschluss der nicht von der Deutschen Telekom ist, deswegen funktionieren bei mir keine Call-by-Call vorwahlen. Kann man in den Wahlregeln statt der kurzen 5 oder 6 stelligen CbC-Vorwahlen auch die langen Einwahlnummern von Callthrough- oder Calling Card Anbietern eintragen? Z.B. Telmy.com Funktioniert das?

    2. Wenn man vom Handy die FritzBox für ein Callthrough anruft, funktionieren dann gleichzeitig auch noch die Call-by-Call vorwahlen? Ich rufe z.B. mit meinem Handy zu Hause an und möchte mich verbinden lassen, aber nicht über die normale Amtsleitung, sondern über Call-by-Call (bzw. Callthrough wie in Frage 1).

    Vielen Dank und viele Grüße,

    mw

  5. Anonymous

    Ich weiss nicht, aus welchem Jahr der Beitrag stammt, aber heute (2013) ist Call by Call natürlich auch über VoIP möglich, wenn man einen Telekom IP Anschluss nutzt. Und genau hier versagt die Fritzbox, denn bis heute kann man in den Wahlregeln keine Anbietervorwahl für VoIP einstellen. Danke, AVM!